VOPT - Vereinigung Ostschweizer PsychotherapeutInnen
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Psychotherapie

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Übersicht über die verschiedenen Therapierichtungen

Analytische Psychologie
Von Carl Gustav Jung entwickelte tiefenpsychologisch fundierte Therapiemethode. Ziel ist die Selbstwerdung (Individuation), der Weg dazu die Bearbeitung und Deutung persönlicher und kollek-tiver, unbewusster Inhalte. Dauer meist Monate, evt. Jahre, bei 1-2 Wochenstunden.

Autogenes Training
Nach entsprechender Einübung selbst zu trainierende Entspan-nungsmethode zur Körperselbstbeeinflussung. Mit Hilfe abgestufter Konzentrationsübungen wird ein Zustand von Ruhe und Entspanntheit hergestellt.

Daseinsanalyse
Eine der Psychoanalyse verwandte Therapiemethode. Gründet auf dem philosophisch-phänomenologischen Denken Heideggers. Sucht weniger nach kausal genetischen Deutungen, sondern forscht nach den Sinn- und Bedeutungszusammenhängen der beobachteten Phänomene. Eigenständige Psychosomatik und Traumauslegung.
Vordenker: Ludwig Binswanger, Medard Boss.

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
Die EMDR-Methode, wie Francine Shapiro sie zu Beginn der 1990er Jahre entwickelt hat, ist eine wissenschaftlich überprüfte Methode, die in der Psychotherapie von Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen zunehmend Verwendung findet und häufig erfolgreich ist.

Gesprächspsychotherapie
Von C.R. Rogers nach dem zweiten Weltkrieg in den USA be-gründete Therapieform (gehört zur sog. "Humanistischen Psychologie"), welche die schrittweise Entfaltung und Selbständigwerdung der Persönlichkeit anstrebt unter Verzicht auf Ratschläge und tiefenpsychologische Deutung. Dauer 10 bis 50 Stunden.

Gestalttherapie
Sie gehört zu den Verfahren der "Humanistischen Psychologie". Sie zeichnet sich durch eine gegenwartsbezogene Betrachtens- und Vorgehensweise aus, die den ganzen Menschen in seinen kognitiven, seelischen und körperlichen Aspekten und seinen lebensgeschichtlichen und aktuellen sozialen Verbindungen ins therapeutische Geschehen miteinbezieht.
Theoretische Grundlagen: Fritz Perls, Hilarion Petzold

Individualpsychologie
Von Alfred Adler begründete Psychologie und Psychotherapie, die, abweichend von der Psychoanalyse, die Rolle von Minderwertigkeits- und Mangelerlebnissen sowie die daraus resultierende Überkompensation betont. Soziale Bezüge werden hervorgehoben, die Therapie hat einen pädagogischen Akzent.

Körperorientierte Psychotherapie
Geht davon aus, dass sich seelische Blockierungen in körperlichen Verspannungen manifestieren. Mit Atemübungen und Arbeit an der verspannten Muskulatur werden Spannungen gelöst. Die dabei freiwerdenden Gefühle, Bilder und Erinnerungen werden in begleitenden Gesprächen aufgearbeitet. Ursache und Funktion der Verspannungen werden damit deutlich.

Kunst- und Ausdrucksorientierte Psychotherapie
In der kunst- und ausdrucksorientierten Psychotherapie, die auf phänomenologischen - tiefenpsychologischen Erkenntnissen basiert, werden die künstlerischen Medien zur Anregung und Ergründung von seelischen Prozessen eingesetzt. Durch die Begegnung mit den entstehenden Werken können abgespaltene oder verdrängte Seeleninhalte bewusst gemacht und Verände-rung fördernde Prozesse eingeleitet, verstärkt, begleitet und bestätigt werden. Ziel der Kunst- und ausdrucksorientierten Arbeitsweise ist das Wiederentdecken der in jedem Menschen angelegten kreativen Energie und Vorstellungskraft als Quelle emotionalen Wohlbefindens und Hilfe für die Bewältigung des Alltags.

Musikpsychotherapie
Musikpsychotherapie ist eine erlebnisorientierte. tiefenpsycholo-gische fundierte Behandlungsmethode. Sie versucht mit Musik und deren Elementen - Rhythmus und Klang - auf dem Boden der Beziehung zwischen Therapeutln und Patientln. Geistige, see-lische oder körperliche Leiden fühlbar und bewusst zu machen bzw. auf diesem Wege veränderte Neuerfahrungen in Gang zu setzen.

NLP (Neuro-Linguistic Programming)
In den 70er Jahren in den USA entwickelte zielorientierte Kurztherapiemethode. basierend auf visuellen, auditiven und kinästhetischen Wahrnehmungen in verbalen und averbalen Äußerungen des Klienten. Dieser wird mit-tels geführter Imaginationen und spielerischer Interventionen angeleitet, die gewünschten Ziele zu erreichen. Mit anderen Therapieformen vereinbar.

Psychoanalyse
Von Sigmund Freud anfangs des 20. Jahrhunderts entwickelte Untersuchungs- und Therapiemethode. welche die Gesundung durch Aufdeckung und Wiedererleben unbewusster Konflikte und gefühlsbeladener Vorstellungen erstrebt. Als "analytisch orientierte Psychotherapie" 1 - 2 Sitzungen pro Woche, als "klassische Analyse" 3 - 5 Sitzungen pro Woche über mehrere Jahre.

Schicksalsanalyse
Von Leopold Szondi begründete tiefen psychologische Methode, die besonderen Wert auf die Entdeckung und Bearbeitung familiär bedingten Schicksals legt. Durch die therapeutische Arbeit soll dem Individuum Erkenntnis und Wahl ermöglicht werden.

Systemische Therapie
Die systemische Therapie nimmt die Beziehungen in einer Gruppe, einer Familie oder einem anderen System als Grundlage für Diagnose und Therapie von psychischen Störungen und Konflikten. Das familiäre System wird als Ressource betrachtet, auf der aufbauend das einzelne Mitglied Fähigkeiten, aber auch Verhaltensauffälligkeiten entwickeln kann. Dieses wird als Symptomträger für das ganze System betrachtet. Die Therapie setzt bei Verhaltens- und Beziehungsänderungen aller Mitglieder im System an. Häufigste Anwendung ist die Familien- und die Paartherapie.

Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapie vereinigt eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken und Methoden. Sie gehen davon aus, dass menschliches Verhalten, Denken und Fühlen erworben, also erlernt wurde und demzufolge auch wieder verändert werden kann. Dies geschieht bei der kognitiven Verhaltenstherapie z.B. mit der bewussten Analyse krankmachender Gedanken, die anschliessend verändert werden sollen. Im weiteren kommen Expositionsverfahren zur Anwendung, besonders bei Phobien, Panik- und Zwangsstörungen.

 
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